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Heft 202 (02/2026)

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Klappentext

Der 7. Oktober hat – auch in Bildungsräumen – eine neue Dringlichkeit in die Auseinandersetzung mit Antisemitismus gebracht. Dieses schulheft fragt nach Formen, Kontinuitäten und neuen Erscheinungs­formen von Antisemitismus in postnazistischen Gesellschaften sowie den pädagogischen Herausforderungen, die damit einhergehen. Es versammelt Erfahrungsberichte, Analysen sowie Ansätze antisemitismuskritischer Bildungsarbeit von der offenen Jugendarbeit bis zur Hochschule und richtet den Blick auf Veränderung und reflektiertes Handeln in Lehr- und Lernkontexten.

Inhalt

Editorial

Elke Rajal
Antisemitismuskritik und antisemitismuskritische Bildungsarbeit
im Kontext von Schuldabwehr und Erinnerungskonkurrenz

Hanna Grabenberger
Erkennen, deuten, handeln
Israelbezogener Antisemitismus in der Bildungsarbeit

Stefanie Mayer und Karin Liebhart
Gegen Antisemitismus intervenieren
Empfehlungen auf Basis empirischer Forschung

Jana Schumann
„Das Land gibt es nicht.“
Antisemitismus als epistemische Leerstelle in der postmigrantischen Schule

Elinor Sadikov
Antisemitismus heute
Meine Erfahrungen als Studierende und Lehrerin und die Bedeutung von Erinnerung

Joëlle Lewitan, Markus Brunner und Nora Ruck
Antisemitismus und Gefühlserbschaften des Nationalsozialismus
Zur Rolle von Affekten in der antisemitismuskritischen Bildungsarbeit

Ruth Kathrin Lauppert-Scholz
#NieWiederIstJetzt
Antisemitismuskritische Bildung im 21. Jahrhundert

Jakob Gruber und Helga Moser
Antisemitismuskritische Praxis jenseits des Klassenzimmers
Impulse aus der Offenen Jugendarbeit

Klaus Hödl
Zum unklaren Verständnis von Antisemitismus – und seinen Folgen

Autor:innen dieser Ausgabe

Editorial

Der 7. Oktober 2023 markiert eine Zäsur, die weit über den unmittelbaren Kontext des sogenannten Nahostkonflikts hinausreicht. Auch in europäischen Gesellschaften und nicht zuletzt im schulischen und universitären Alltag haben sich seither Spannungen verdichtet und durchziehen professionelle und private Beziehungen. Antisemitische Zuschreibungen, Konflikte und Gewalt sind sichtbarer geworden oder treten zumindest häufiger offen zutage. In vielen öffentlichen und pädagogischen Diskursen wird Antisemitismus jedoch weiterhin primär als historisches Phänomen wahrgenommen; als etwas, das in der Vergangenheit verortet ist und vor allem im Kontext der Shoah thematisiert wird. Diese starke Historisierung erschwert es, gegenwärtige Erscheinungsformen zu erkennen und zu benennen. Gleichzeitig wird Antisemitismus mitunter bei „Anderen“ verortet und für rassistische Politiken instrumentalisiert, was eine kritische Auseinandersetzung mit fortbestehenden und sich wandelnden antisemitischen Denk- und Handlungsmustern erschwert.
    Für den Bildungsbereich bedeutet dies eine besondere Herausforderung. Bildungseinrichtungen wie Schulen, Hochschulen und Jugendzentren sind zentrale Orte gesellschaftlicher Aushandlungen, an denen politische Konflikte, mediale Deutungsmuster und familiäre Narrative aufeinandertreffen. Gerade hier zeigt sich, dass der Umgang mit Antisemitismus häufig an einem grundlegenden Schritt scheitert: an seiner Wahrnehmung. Pädagogisches Handeln lässt sich jedoch nur dort entwickeln, wo Phänomene erkannt werden und eine Sprache dafür gefunden wird. Der in der politischen Bildung häufig beschriebene Dreischritt von Wahrnehmen, Deuten und Handeln (siehe auch Grabenberger in diesem schulheft) verweist darauf, dass Intervention ohne Analyse kaum möglich ist. Wenn antisemitische Aussagen oder symbolische Praktiken nicht als solche wahrgenommen oder begrifflich gefasst werden, bleiben sie pädagogisch schwer adressierbar.
    Das vorliegende Heft setzt genau an dieser Problemlage an. Unter dem Titel „Nach dem 7. Oktober. Antisemitismuskritische Bildungsarbeit im Kontext postnazistischer Verhältnisse“ verfolgt diese ­schulheft-Ausgabe einerseits das Ziel, alte und neue Erscheinungsformen des Antisemitismus theoretisch zu begreifen und sowohl Erfahrungen als auch Perspektiven der Antisemitismuskritik sichtbar zu machen. Andererseits versteht sich dieses Heft ausdrücklich auch als Beitrag zur Entwicklung pädagogischer Handlungsperspektiven. Es geht nicht nur darum, Phänomene zu beschreiben und zu analysieren, sondern auch darum, begriffliche und didaktische Zugänge sichtbar zu machen, die Lehrpersonen, Schulen und Bildungseinrichtungen im Umgang mit antisemitischen Konflikten unterstützen können.
    Den Auftakt dieser schulheft-Ausgabe bildet der Beitrag „Antisemitismuskritik und antisemitismuskritische Bildungsarbeit im Kontext von Schuldabwehr und Erinnerungskonkurrenz“ von Elke Rajal. Darin setzt sich die Autorin mit sekundärem Antisemitismus und dessen Verbindung zu israelbezogenem Antisemitismus auseinander – Erscheinungsformen, die in postnazistischen Gesellschaften wie Österreich und Deutschland besonders verbreitet sind. Diese zeichnen sich durch Feindseligkeit gegenüber den Opfern der ­Shoah und ihren Nachkommen sowie gegenüber dem Staat Israel aus und dienen der Abwehr von Erinnern und Schuld. Rajal beleuchtet die daraus entstehenden Herausforderungen für die gegenwärtige Bildungsarbeit und hinterfragt Konkurrenzlogiken im Erinnern ebenso wie die Hierarchisierung von Leid. Sie plädiert für eine faktenbasierte Auseinandersetzung, die gleichzeitig Raum für Emotionen lässt.
    Mit dem Thema „Israelbezogener Antisemitismus in der Bildungsarbeit“ befasst sich Hanna Grabenberger in ihrem Beitrag. Seit dem islamistischen Terrorangriff vom 7. Oktober 2023 hat sich die öffentliche Debatte stark polarisiert. Solidarität und Empathie bleiben häufig selektiv und einseitig. Diese Dynamik erschwert Dialoge und verstärkt Ideologien der Ungleichwertigkeit wie Antisemitismus und antimuslimischen Rassismus. Auch in Österreich ist ein Anstieg beider Phänomene zu beobachten, der Kinder und Jugendliche unmittelbar betrifft und damit auch die Bildungsarbeit vor neue Herausforderungen stellt. Vor diesem Hintergrund orientiert sich der Beitrag am pädagogischen Dreischritt Erkennen – Deuten – Handeln.
    Stefanie Mayer und Karin Liebhart präsentieren in ihrem Text „Gegen Antisemitismus intervenieren“ zentrale Ergebnisse eines empirischen Forschungsprojekts zu Antisemitismus an öffentlichen Schulen in Österreich, das die Perspektiven jüdischer und nicht-jüdischer Schüler:innen untersucht. Die Studie zeigt ein hohes Ausmaß an antisemitischen Äußerungen und Übergriffen, von denen bereits Volksschulkinder betroffen sind. Zugleich verdeutlichen die Autorinnen, dass sich die im Unterricht verbreitete Engführung von Antisemitismus als ausschließliches Thema der Vergangenheit sowie die Marginalisierung jüdischer Perspektiven negativ auf betroffene Schüler:innen auswirken. Für wirksame Interventionen gegen Antisemitismus, so ihr Fazit, müssen sowohl aktuelle Entwicklungen als auch historische und gesellschaftliche Kontinuitäten berücksichtigt werden.
    Der Beitrag „Das Land gibt es nicht“ der Mittelschullehrerin und Mitherausgeberin von diesem schulheft Jana Schumann zeigt, dass Antisemitismus im schulischen Alltag häufig nicht als offene Feindseligkeit, sondern als strukturelle Leerstelle erscheint – als Nichtwissen, Auslassung und symbolische Delegitimierung jüdischer Gegenwart. Die Autorin argumentiert, dass antisemitismuskritische Bildung daher nicht nur Wissen über die Vergangenheit vermitteln darf, sondern gegenwärtige Deutungsmuster, Konflikte und Formen des Nichtwissens reflektieren muss, um Antisemitismus im schulischen Raum überhaupt erkennbar und bearbeitbar zu machen.
    Elinor Sadikov schildert in ihrem Text „Antisemitismus heute“ ihre Erfahrungen mit Antisemitismus als Lehrerin an einer jüdischen Schule und als Studierende an einer Pädagogischen Hochschule. Besonders seit dem Terrorangriff der Hamas beobachtet sie einen durch Soziale Medien verstärkten latenten wie offenen Antisemitismus. Dabei erlebt sie, dass sowohl ihre Schüler:innen als auch sie selbst ihre jüdische Identität zunehmend verbergen. Die wenig differenzierten, häufig einseitig politisierten Diskussionen an der Hochschule kurz nach Beginn des Krieges in Israel und Gaza sowie fehlende Räume für Reflexion lassen sie immer wieder verstummen. Gerade diese Erfahrungen bestärken sie, sich für eine antisemitismus- und diskriminierungskritische Pädagogik einzusetzen.
    Unter dem Titel „Antisemitismus und Gefühlerbschaften des Nationalsozialismus“ befassen sich Joëlle Lewitan, Markus Brunner und Nora Ruck mit der Bedeutung von Affekten in der antisemitismuskritischen Bildungsarbeit. Sie tun dies anhand ihres Seminars, „Erinnerung an die Shoah“, das sie seit mehreren Jahren an der Sigmund Freud Privatuniversität in Wien durchführen. Darin setzen sie sich aus sozialpsychologischer Perspektive mit dem Opfer­mythos und Formen der Schuldabwehr, der Traumatisierung von ­Shoah-Überlebenden und deren transgenerationalen Folgen sowie mit den Schuldverstrickungen der NS-Mitläufer:innen und Täter:innen und deren Nachkommen auseinander. An konkreten Beispielen aus dem Seminar wie einem Film zeigen sie die pädagogische Bedeutung der Auseinandersetzung mit Abwehrprozessen und Affekten.
    Im Beitrag „#NieWiederIstJetzt. Antisemitismuskritische Bildung im 21. Jahrhundert“ gibt Ruth Kathrin Lauppert-Scholz Einblicke in die Bildungsarbeit des Vereins Granatapfel Kulturvermittlung. Neben konkreten Methoden und Ansätzen wie Citywalks oder Projekten zur Sichtbarmachung jüdischen Lebens rund um den Schulstandort – z. B. tacheles reden – zeigt sie beispielhaft auch pädagogische Zugänge zur Auseinandersetzung mit Israelbezogenem Antisemitismus wie der Vorwurf von Genozid, Kolonialismus und die BDS-Bewegung.
    Jakob Gruber und Helga Moser befassen sich in ihrem Beitrag „Antisemitismuskritische Praxis jenseits des Klassenzimmers“ mit den bislang wenig beachteten Potenzialen der Offenen Jugendarbeit für die Antisemitismusprävention. Sie schildern dabei Erfahrungen aus einem von JUKUS in der Steiermark durchgeführten Projekt zur antisemitismuskritischen Jugendarbeit, das sowohl Jugendliche als auch Multiplikator:innen einbezogen hat. Anhand konkreter Praxis­beispiele zeigen die Autor:innen die Chancen und Grenzen des subjekt- und beziehungsorientierten Zugangs in der Offenen Jugendarbeit auf und verdeutlichen, welche Impulse dieser Ansatz für verschiedene Bildungskontexte liefert.
    Klaus Hödls Text „Zum unklaren Verständnis von Antisemitismus“ argumentiert, dass der Begriff des Antisemitismus im öffentlichen Diskurs häufig unscharf verwendet wird, was sowohl die Analyse antisemitischer Vorfälle erschwert als auch Raum für politische Instrumentalisierungen eröffnet. Zugleich zeigt er, dass unterschiedliche Definitionen und Interessen – insbesondere im Zusammenhang mit Israelkritik – zu divergierenden Bewertungen führen können und daher eine präzisere begriffliche Klärung notwendig ist, um Antisemitismus und dessen Instrumentalisierung beispielsweise durch rechte politische Bewegungen wirksam zu erkennen und ihm entgegenzutreten.
    Wir sind uns bewusst, dass es zu den Themen dieser schulheft-Ausgabe kontroversielle Positionen und viele Stimmen gibt, die im Heft nicht abgebildet sind. Das vorliegende Heft versteht sich als Einladung zur Auseinandersetzung mit Antisemitismus. Damit soll nicht zuletzt ein Raum für weiterführende Diskussionen eröffnet werden – sie werden nicht ausbleiben.

Iris Mendel, Petra Neuhold und Jana Schumann

Autor:innen dieser Ausgabe

Herausgeberinnen
Iris Mendel
Petra Neuhold
Jana Schumann

Markus Brunner ist Sozialpsychologe und Soziologe und wissenschaftlicher Leiter des Psychologie-Master-Studienschwerpunktes „Sozialpsychologie & Klinische Psychologie“ an der Sigmund Freud PrivatUniversität (SFU) Wien. Zahlreiche Publikationen zur psychoanalytisch orientierten Sozialpsychologie mit einem Schwerpunkt in den Bereich Nationalismus, Antisemitismus, Rassismus, Antifeminismus, Verschwörungsglauben und den psychischen Folgewirkungen des Nationalsozialismus.

Hanna Grabenberger ist Universitätsassistentin (prae-doc) am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Innsbruck, wo sie im Bereich „Migration und Bildung“ bei Erol Yıldız promoviert. Als externe Trainerin der Beratungsstelle Extremismus und Referentin begleitet sie Multiplikator:innen dabei, Ideologien der Ungleichwertigkeit zu erkennen und ihnen entgegenzutreten. Zuvor war sie mehrere Jahre in der außerschulischen Bildungsarbeit tätig. Sie hat ein Lehramtsstudium in Deutsch sowie Psychologie und Philosophie abgeschlossen, Religionswissenschaft studiert und ist zudem ausgebildete Jugendarbeiterin. Ihre Arbeitsschwerpunkte umfassen Religion in der postmigrantischen Gesellschaft, Migrationspädagogik, Ideologien und Politiken der Ungleichheit sowie Rassismus- und Antisemitismuskritik. Sie ist Mitglied der Forschungsgruppe FIPU – Forschungsgruppe Ideologien und Politiken der Ungleichheit.

Jakob Gruber hat Geschichte und politische Bildung sowie Anglistik studiert. Er beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit Gedenkpolitik, Antisemitismuskritik und den Konsequenzen für die schulische und außerschulische Bildungsarbeit. Er ist Vorstandsmitglied des Vereins Alpine Peace Crossing, Mitherausgeber der Zeitschrift Alpendistel. Magazin für antifaschistische Gedenkkultur sowie im Team von Vorurteile Überwinden 2.0 bei JUKUS.

Klaus Hödl ist Historiker und Mitarbeiter am Centrum für Jüdische Studien. Er arbeitet zu Themen der jüdischen Populärkultur, der Geschichtsschreibung und des Antisemitismus an der Karl-Franzens-Universität Graz.

Ruth Kathrin Lauppert-Scholz ist Geschäftsführerin von Granatapfel Kulturvermittlung sowie Religionswissenschaftlerin, Pädagogin, Soziologin, Kulturvermittlerin, Erwachsenenbildnerin und Vaterjüdin. Ihre Arbeitsschwerpunkte umfassen Judentum, Erinnerungs- und Gedenkkultur, Antisemitismusprävention, Nahostkonflikt, Interkulturelles Lernen, interreligiöser Dialog und Diversität. Neben ihren Lehr-, Vermittlungs- und Moderationstätigkeiten organisiert sie Stadtspaziergänge und Exkursionen im öffentlichen Raum sowie Zeitzeug:innengespräche und Gedenkveranstaltungen.

Joëlle Lewitan ist Masterstudentin der Sozialpsychologie. Aktuell arbeitet sie in einem internationalen Forschungsprojekt zu Verschwörungstheorien an der Sigmund Freud Privatuniversität in Wien. In ihrer Bachelorarbeit setzte sie sich mit dem Erbe der Shoah in der dritten Generation auseinander. Seither beschäftigt sie sich wissenschaftlich, als Seminarleiterin und im Rahmen verschiedener Projekten mit Erinnerungskultur und Antisemitismus.

Karin Liebhart ist wissenschaftliche Leiterin des Instituts für Konfliktforschung Wien, Assoziierte Professorin für Soziologie an der Universität Trnava und Mitglied des Leitungsteams des post-graduate Lehrgangs „Global Citizenship Education“ an der Universität Klagenfurt. Sie forscht aus intersektionaler Perspektive unter anderem zu Visueller Politik, Rechtspopulismus, Rechtsextremismus und Alt Right, Antisemitismus und Rassismus.

Stefanie Mayer ist als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Konfliktforschung sowie als Lehrende an verschiedenen österreichischen Universitäten und der Hochschule Campus Wien tätig. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich Gender und Intersektionalität und in der kritischen Forschung zu Verschwörungsdenken, Antisemitismus und Antifeminismus.

Iris Mendel ist Sozial- und Bildungswissenschaftlerin mit den Schwerpunkten feministische Theorien, Bildung und soziale Ungleichheit und diskriminierungskritische Pädagogik sowie ausgebildete Lehrerin für die Fächer Deutsch und Psychologie/Philosophie.

Helga Moser hat Erziehungs- und Bildungswissenschaften sowie Geschichte in Graz und Maynooth (Irland) studiert. Sie verfügt über langjährige Erfahrung in NGOs mit Schwerpunkt Migration und Diskriminierung, u. a. bei ZEBRA – Interkulturelles Beratungs- und Therapiezentrum und arbeitet aktuell im Team von Vorurteile Überwinden 2.0 bei JUKUS. Sie war in Forschung und Lehre am Institut für Soziale Arbeit der FH JOANNEUM tätig. Derzeit ist sie am House of Competence des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung engagiert. Ihre Arbeitsschwerpunkte umfassen Soziale Arbeit in der Migrationsgesellschaft, internationale Soziale Arbeit, Diversität, Differenz, Intersektionalität, institutionelle Diskriminierungen, Rassismen und Antisemitismus sowie soziale Ungleichheit und Nachhaltigkeit.

Petra Neuhold hat Soziologie und Geschichte studiert. Sie ist ausgebildete Lehrerin für die Fächer Deutsch und Geschichte und Lehrende an der Pädagogischen Hochschule Wien. Ihre Schwerpunkte sind diskriminierungskritische Pädagogik, Mehrsprachigkeit, soziale Ungleichheit und Schulgeschichte.

Elke Rajal ist Politikwissenschaftlerin und derzeit am Lehrstuhl für Soziologie der Universität Passau beschäftigt. Ihre Forschungsschwerpunkte sind gegenwärtige Formen des Antisemitismus und Strategien zu ihrer Bekämpfung. Derzeit untersucht sie im Rahmen des Forschungsnetzwerks ForGeRex antisemitische Verschwörungsmythen und Krisennarrative in Bayern in einem transnationalen Kontext. Sie ist Ko-Koordinatorin des Research Network 31 (Ethnic Relations, Racism, and Antisemitism) der European Sociological Association. Neben ihrer wissenschaftlichen Arbeit engagiert sich Elke Rajal in der Lehrer:innenfortbildung und in der historisch-politischen Bildung.

Nora Ruck, Ass.Prof. Dr. PD ist Vizedekanin für Forschung an der Fakultät für Psychologie der Sigmund Freud Privatuniversität Wien. Ihre  Forschung untersucht die Beziehungen zwischen Psychologie, sozialen Ungleichheiten und sozialen Bewegungen aus einer feministischen, kritisch-partizipativen Aktionsforschungs- sowie einer historischen Perspektive auf die Psychologie.

Elinor Sadikov lebt und studiert in Österreich. Als jüdische Studierende und Lehrerin schreibt sie über Antisemitismus aus Erfahrung und pädagogischer Haltung.

Jana Schumann studierte Geschichte und Germanistik an der Universität Graz. Forschungsaufenthalte führten sie im Rahmen eines Stipendiums des Leo-Baeck-Instituts nach Israel; anschließend war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Centrum für Jüdische Studien. In ihrer Forschung beschäftigte sie sich mit jüdischen Nationalismen im Habsburgerreich des 19. Jahrhunderts sowie mit Antisemitismus und Populärkultur in Wien um 1900. Nach einem Lehramtsstudium (Deutsch/Geschichte) an der Universität Wien arbeitet sie derzeit als Lehrerin an einer Wiener Mittelschule und versucht parallel dazu, ihre Dissertation zum Thema „Das Jüdische und das Populäre in Wien um 1900“ nicht zu vergessen.

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